Gute Resonanz bei Vertrauensleutetreffen am 24.01.2020

„Die Gesamtkonferenz – rechtliche Grundlagen und Strategien der Einflussnahme“

Die Gesamtkonferenz ist DAS Gremium, mit dem die Kollegien an den Schulen Einfluss nehmen können – diese Tatsache ist vielen allerdings überhaupt nicht bewusst.

Bei ihrem inzwischen dritten Treffen beschäftigten sich die Darmstädter Vertrauensleute deshalb mit genau diesem Thema. Nach einem Austausch über die Situation an den jeweiligen Schulen (immer besonders spannend, da bei den Treffen alle Schulformen zusammenkommen) hielt der GEW-Vorsitzende Klaus Armbruster einen Vortrag, in dem er darüber aufklärte, wie und auf welcher rechtlichen Basis die Gesamtkonferenz als Diskussions- und Beschlussgremium für die pädagogische und fachliche Gestaltung der Bildungs- und Erziehungsarbeit der Schule genutzt werden kann: Wie kann das Kollegium beispielsweise eigene Themen auf die Tagesordnung setzen? Was geschieht, wenn die letzten Tagesordnungspunkte aus Zeitmangel verschoben werden müssen? In welchen Fällen wird geheim abgestimmt… und vieles mehr.

Grundlage sind die §§129 und 133 des Hessischen Schulgesetzes und die Konferenzordnung (hier besonders die §§26 bis 36). Auf dieser Basis kann eine Gesamtkonferenz eine eigene Geschäftsordnung beschließen, in der zum einen die Grundlagen der Konferenzordnung noch einmal wiederholt und so allen Kolleg*innen in Erinnerung gerufen werden, und in der zum anderen individuelle Regelungen festgeschrieben werden können, etwa die Länge von Redebeiträgen und die Gesamtlänge der Konferenz. Cora Dunkel stellte als Beispiel die Geschäftsordnung vor, die sie als Personalratsvorsitzende der Lichtenbergschule auf den Weg gebracht hat und die dort seitdem umgesetzt wird.

Man könnte meinen, dass all dies nach Kampf klingt, nach einem Kampf des Kollegiums gegen die Schulleitung (die die Gesamtkonferenz leitet). Wenn man sich gut versteht, ist das doch gar nicht nötig?! Allerdings sollte man bedenken, dass auch wohlmeinende Schulleitungen die Rechte des Kollegiums aus Unkenntnis oder Bequemlichkeit aus den Augen verlieren – wir sollten also schon selbst darauf achten, dass wir nicht übergangen werden! Nur wer seine Rechte kennt, kann sie auch wahrnehmen! In diesem Sinne tragen die Vertrauensleute als Multiplikatoren die Informationen, die sie bei ihren Treffen bekommen, in die Kollegien hinein und aktivieren dazu, sie umzusetzen.

Das nächste Vertrauensleutetreffen wird am 18.09.2020 stattfinden. Wir planen auf Wunsch der Teilnehmer*innen - passend zur Zielsetzung, die Einflussmöglichkeiten der Gesamtkonferenz zu nutzen - eine Rhetorik-Schulung anzubieten und gemeinsam zu erarbeiten, wie man als Konferenzteilnehmer*in mit Diplomatie und Taktik Entscheidungen mitgestalten kann.

 

Cora Dunkel